Kurzantwort: Flache Fächerscheiben arbeiten mit kleinem Anstellwinkel (Fachquellen nennen etwa 0 bis 15 Grad) und eignen sich für Flächen und feineres Finish. Konische Scheiben setzt man steiler an (etwa 15 bis 25 Grad), sie tragen an Kanten und Schweißnähten mehr ab. Bei der Körnung gilt: 40 für Abtrag, 60 und 80 als Allround, 120 für einen feineren Schliff. Für Edelstahl nehmen Sie eine dafür ausgewiesene Scheibe, für Aluminium eine Scheibe mit Freigabe für Aluminium.
Flach oder konisch: was ist der Unterschied?
| Merkmal | Flach (oft Typ 27) | Konisch (oft Typ 29, auch “gewinkelt”) |
|---|---|---|
| Anstellwinkel laut Fachquellen | etwa 0 bis 15 Grad | etwa 15 bis 25 Grad |
| Kontaktfläche | groß, fast parallel zum Werkstück | schmaler, dadurch höherer Druck je Fläche |
| Stärke | Flächen, gleichmäßiges Schliffbild, Entgraten | Kanten, Schweißnähte, Konturen, schneller Abtrag |
| Oberfläche | eher fein | grob bis mittel |
Die Winkelangaben stammen aus Ratgebern von Händlern und Herstellern und weichen je nach Quelle um einige Grad ab. Maßgeblich ist das Datenblatt der jeweiligen Scheibe. Eine bewährte Kombination: konisch zum Vorschleifen der Naht, flach zum Glätten der Fläche.
Welche Körnung für welche Arbeit?
| Körnung | Einsatz |
|---|---|
| 40 | Schweißnähte einebnen, starker Abtrag, Grate |
| 60 | Allround: Abtrag mit schon brauchbarer Oberfläche |
| 80 | Glätten nach dem Vorschliff, Kanten brechen |
| 120 | Feinerer Schliff, Vorbereitung für Beschichtung oder weiteres Finish |
Je kleiner die Zahl, desto gröber das Korn. Arbeiten Sie sich in Stufen nach oben, ohne zu viele Körnungen zu überspringen, sonst bleiben tiefe Riefen des groben Korns sichtbar. Im Shop gibt es die Fächerscheiben überwiegend in den Körnungen 40, 60, 80 und 120 und in den Durchmessern 115 und 125 mm, einige Linien auch in 150 und 180 mm. Für den Einstieg gibt es ein Set mit Körnungen von 40 bis 120.
Zirkon, Keramik oder Korund?
Das Schleifkorn bestimmt Standzeit und Eignung. Im Shop werden Fächerscheiben mit Zirkonkorund, Keramikkorn und Korund (Aluminiumoxid) geführt, dazu Varianten mit Vlies.
| Schleifkorn | Typische Einordnung |
|---|---|
| Korund | Grundausführung, vor allem für Stahl |
| Zirkonkorund | Verbreitet für Stahl und Edelstahl, gute Standzeit |
| Keramikkorn | Für hohen Abtrag und kräftige Maschinen, wird oft als kühler schleifend beschrieben |
| Vlies oder Vlies-Kombination | Finish und Reinigung, kaum Abtrag |
Diese Einordnung ist eine verbreitete Faustregel. Welche Werkstoffe eine Scheibe freigibt, steht auf der Scheibe und im Datenblatt. Für Aluminium führt der Shop eigene Scheiben, etwa die Linie LGA Alu.
Welche Fehlerbilder deuten auf die falsche Scheibe?
| Problem | Mögliche Ursache | Abhilfe |
|---|---|---|
| Tiefe Riefen, Scheibe greift zu aggressiv | Konische Scheibe zu steil, Korn zu grob | Flacher ansetzen, auf flache Scheibe oder feineres Korn wechseln |
| Kanten werden stark verrundet | Zu weicher Kontakt, zu viel Druck auf der Kante | Flache Scheibe, weniger Druck |
| Blaue oder braune Verfärbung am Stahl | Zu viel Wärme durch hohen Druck | Druck verringern, Scheibe in Bewegung halten, Pausen |
| Scheibe schmiert zu (Aluminium) | Scheibe ohne Freigabe für Aluminium | Scheibe für Aluminium oder NE-Metalle verwenden |
| Rostpunkte auf Edelstahl | Scheibe vorher an Baustahl benutzt | Eigene Scheiben nur für Edelstahl |
Weiterführende Seiten
- Trennscheibe, Schruppscheibe oder Fächerscheibe
- Schruppscheibe richtig anwenden
- Werkzeug für die Kfz-Werkstatt
- Werkzeug für Metallbauer und Schlosser
Häufige Fragen
Welche Fächerscheibe für Schweißnähte? Zum Vorschleifen meist eine konische Scheibe mit Korn 40 oder 60, zum Glätten danach eine flache mit 80. Für Kehlnähte führt der Shop eine eigene Kategorie Kehlnahtschliff.
Kann ich Holz mit der Fächerscheibe schleifen? Manche Scheiben nennen Holz als Werkstoff, der Shop führt solche Angaben etwa bei den Zirkon-Scheiben. Prüfen Sie die Freigabe der konkreten Scheibe und arbeiten Sie mit wenig Druck.
Wann ist eine Fächerscheibe verbraucht? Wenn die Lamellen bis zum Teller abgeschliffen sind oder der Teller das Werkstück berührt. Spätestens dann wechseln.
Wie viel Druck ist richtig? Wenig. Zu viel Druck erhöht die Wärme und den Verschleiß. Lassen Sie das Korn arbeiten und führen Sie die Scheibe gleichmäßig.